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Depressionen, Ängste, Panikattacken- oder aber zu Fuß durch die Hölle

Hallo liebe Leser, ich bin der Mann von Trueffel

Heute möchte ich von meinen Erfahrungen berichten – wenn Depressionen und Ängste das Leben aus der Bahn werfen.

Kurz gesagt – es kann jeden treffen. Ich selber führte ein wundervolles Leben – habe ein erfolgreiches Berufsleben und bin sehr glücklich verheiratet und habe einen Sohn – der mir alles bedeutet.

Dennoch – traf mich Ende 08 eine Krankheit – von der ich bisher nur hörte….und die schlimm sein kann.

Nunja, eigentlich fing alles ganz harmlos an.

Ich fuhr zur Arbeit – wie jeden Tag auch….erledigte meine Aufgaben ( Programmierung einer CNC – Fräse ) unter den ganz normalen Zeitdruck wie sonst auch. Auf einmal war mir schwindelig…..naja 5 – 10 Sekunden, hmm kommt ja mal vor dachte ich so bei mir.
Ich machte mal 10 Minuten Pause – um mich zu sammeln….danach beendete ich meine Schicht und übergab die Maschine dem Kollegen.
Am nächsten Tag das selbe Spiel – mir war aber mehrmals am Tag schwindelig und merkte wie ich angestrengt auf mein Bildschirm schauen muß. Nun gut – ich brauche eine Brille….also fuhren wir zum Optiker, und tatsächlich ich brauchte eine Brille. Allerdings habe ich nur 1 Dioktrin auf den Augen….das ist wahrlich nicht viel. Na schön….Brille haben wir bestellt – und in 10 Tagen sei sie da.
Okay – am nächsten Tag, fuhr ich wieder arbeiten…..da zwang mich eine heftige Schwindelattacke von ca. 10 Minuten meine Arbeit einzustellen und nach draussen an die frische Luft zu gehn. Brachte meine Schicht zuende und fuhr nach Hause. Während der Fahrt bekam ich Panik – mein Kopf dröhnte….ich spürte meine Beine nicht mehr – Herzrasen , Herzstechen….ich dachte das war es jetzt. Zuhause angekommen – weckte ich Trüffi und sagte ihr das ich ins Krankenhaus müsse – ich glaube ich habe einen Herzinfarkt.
Trüffi sagte leg dich erst mal bissel hin….und warte mal gerade ein wenig. Ja, dann war alles rum….und bin tief und fest eingeschlafen.
Trüffi wollte das ich am nächsten Tag zum Doc mal fahren soll – zum durchchecken. Nee is doch wieder okay – fühlte mich auch bestens.
Ich beschloss also auf die Arbeit zu fahren….brachte die Schicht auch relativ gut zuende. Fuhr nach Hause….das selbe Spielchen wieder- nur noch heftiger. Dann sind wir aber auch ins KH gefahren. Die behielten mich direkt dort – konnten aber einen Herzinfarkt ausschließen ( Gott sei Dank ). Ich war 4 Tage im KH, dort wurde der Herzkreislauf untersucht….mit Langzeit EKG , ich war in der Röhre und Ultraschall Herz. Medizinisch alles super – *freu*….naja ein paar Tage habe ich mir noch gegönnt…und bin dann wieder arbeiten gegangen. 4 Wochen hatte ich Ruhe….überhaubt keinerlei Probleme. Dann hatte ich einen Termin beim Augenarzt….bin nach der Nachtschicht direkt von der Arbeit dorthin. Auf einmal bekam ich wieder einen Anfall – Herzrasen ohne Ende, Ohnmachtsgefühle….Übelkeit. Der Augenarzt – holte einen allgemein Mediziner. Da alles schnell gehn mußte war dem entsprechend auch in den Praxen Aufregung hoch 3. Der Arzt schloss mich ans EKG….normal müssten wir ihre Brusthaare entfernen um genauer zu arbeiten. Naja – ihm gefiel eine Kurve nicht – und beschloss sicherheitshalber eine Einlieferung ins KH. Im Rettungswagen – sagte mir einer der Sanitäter, ich solle ruhig bleiben….ein Herzinfarkt kann er ausschließen.Am KH angekommen…war wie solls auch anders sein- alles weg. Dort wurde ich in der Notaufnahme durchgecheckt….EKG ….Ultraschall Atterien. Medizinisch alles okay….Gott sei Dank.
Dann die Frage – ob ich schonmal mit Panikattacken zu tun gehabt hätte. Nee – noch nie….nun die hatten sie dann gerade eben – sie müssten mal zum Psychiater und Neurologen um ein EEG zu machen. Jo – so kam es auch….mein Haus Doc….überreichte mich einem Psychiater wegen Panikattacken und Depressionen. Naja – Dort bekam ich dann auch dieses EEG gemacht….es war alles in Ordnung.
Ab diesem Zeitpunkt….änderte sich mein Leben- in die absolute Hölle. Der Psychiater stellte dann fest – das ich an Ängsten Panikattacken und depresiver Phase leide. Mir wurden schwere Medikamente verschrieben , Angstmedis und Antideprisiva.
UND JETZT KOMMT WAS SEHR WICHTIGES: Antidepresiva egal welcher Art sind keine SUCHTMEDIKAMENTE. Diese Angst hatte ich nämlich auch….habe große Probleme gehabt – mit der Medieinstellung.
Kurz um….ich will ehrlich sein – auch ich habe mich anstecken lassen von der Umwelt, jeder sagte mir pass auf mit dem Zeug.Naja inzwischen litt ich täglich an schweren Angstattacken konnte nichtmal mehr in den Supermarkt….und beschloss die Medis wieder abzusetzen – und auf Homöopatische Ebene weiter zu machen. Ich lies an mir Prana und Reiki ausprobieren und nahm LM Potenzen zu mir, das ist ein Mittel gegen Angst.
Natürlich war ich jetzt schon mehr als 3 Wochen krankgeschrieben worden….und plante mein Comeback in die Firma. Anfangs ging auch alles recht gut – und puschte mich auch hoch, jeden Schritt den ich erfolgreich abschloss Supermarkt, Apotheke etc….ohne Angstattacke feierte ich insgeheim euforisch. Der Tag x ….war da, ich ging zur Arbeit….die Angst wollte durch – ich mußte sehr sehr dagegen angehn um nicht einzubrechen. Doch ich schaffte es….die 8 Stunden rumzukriegen. Ich war gut drauf und fuhr nach Hause. Leider kam dann das große Aus. Am selben Tag erlitt ich noch ein Nervenzusammenbruch und Erschöpfungszustand,ab diesem Tag ging selbst das schlafen nicht mehr. Ich wurde wieder krank geschrieben- erstmal für 3 Wochen wieder. Ab da – gings nur noch Berg ab. Die Ängste wurden so heftig – sie rissen mich zu Boden…ich dachte ich verbrenne innerlich bei lebendigen Leibe…zusätzlich immer wieder Herzinfarkt Symptome Herzstechen, Brustschmerzen – schmerzen im linken Arm , Herzrasen und innere Unruhe. Trüffi war völlig überfordert….Benedikt wollte zu mir – und ich mußte ihn von mir fern halten. Ich begann mit Autogenes Training mich über Wasser zu hallten – mittlerweile bekam ich ein neues Antidepresiva.Es ging 5 Tage gut – danach konnte ich nix mehr essen,nix brachte ich noch runter, so übel war mir. Dann kam die heftigste Attacke – mit 16 verschiedenen Symtonen gleichzeitig. Ich wusste nicht mehr ein noch aus – war zu erschöpft um zu schlafen. Immer wieder Schwindel, Butterbeine, Herzrasen + stechen, Pulsrasen, Schweisausbrüche heiß und kalt….Magenkrämpfe, Rückenschmerzen, Atemnot, innere Unruhe usw. usw.
Am nächsten Tag konnte ich nicht mehr….und bat Trüffi um eine Einweisung erneut ins KH. Niemand nahm sich mir an….ausser die Klappsmühle ( wie sie unbekannter Weise noch immer heut zu Tage genannt wird ). Nun damals wußten wir nichtmal – das eine Akutstation garkeine Einweisung braucht. Die haben wir vom Hausdoc bekommen – nachdem Trüffi sich nicht mehr anders zu helfen wußte nach langen hin und her telefonieren – und dem verständlich machte, das ich langsam richtig böse und aggresiv geworden bin und den Ärzten die Praxen auseinander nehmen würde….wenn ich jetzt nicht langsam irgendwo hingebracht werde.
Nungut – nun war ich also auch noch hierher gerraten – in der Klappse. Und wie soll es besser sein….als mit einem Suizidgefährtetem Patienten auf einer Stube zu liegen. Ab diesem Zeitpunkt – begann also meine Karriere in den Psychosomatischen Einrichtungen…nun insgesammt ich mach es kurz waren es 3 Stationen….und dauerte 14 Wochen.
UND NUN FOLGT WIEDER EIN GANZ WICHTER HINWEIS : Nicht alles Glauben – was Kliniken und Medikamente angeht.
Da herrscht nachholbedarf auf alle Fälle. Man hatte wieder meine Medis umgestellt – wieder ein neues Antidepresiva und ein Angstmittel für nachts. Achja vielleicht sollte ich noch erwähnen – das mein Psychiater zum Schluß sich keinen Rat mehr wußte….und mir Tranquilizer verschrieb.
So und bei dem Punkt angekommen – sind wir bei gefährlichen Medis. Nicht die Antidepresiva  sind gefährlich abhängig zu werden sondern diese Tranquilizer oder auch wiederaufnahmehemmer kurz MAO genannt.
So und die Klinik – zog diese Medis sofort ein wegen Suchtgefahr….und fand die richtige Kombination Medis die ich noch heute nutze.
Weiter gehts bei der Klinik. Auch das ist alles – überhaubt kein Problem da zu sein. Wie schon gesagt – wo ich dort ankam, ging für mich die Welt unter. Aber das dauerte nicht lange. Nein im Gegenteil….ich war nicht mehr alleine. Während sich tagsüber Menschen versuchten sich gegen ihre Suizidgefühle zu wehren und ich nachts in der Klinik mit der Bibel und einem Foto meiner Familie meine Runden um den Block drehte, kamen sich so viele Menschen nahe – und man half sich gegenseitig. Weiß Gott – klar ist das kein Urlaub, ich sah Menschen mit Psychosen – die mehrere Stimmen hören,…ich sah Menschen mit Depressionen….so verkrampft das der Körper schon zerstört war. Ich sah Menschen mit Borderline ….die sich selbstzerstören….und weil man in einer Akutstation alles abgeben muß….rieben sich diese Menschen mit Centstücken die Haut blutig oder schlugen sich die Knöchel an der Betonwand blutig. Ich sah sogar Schizophrenie. Auf alle Fälle – man wurde akzeptiert.

So nun würde ich sagen…..decken wir die dunklen Klischees unserer Umwelt einmal auf.

Das schwierigste an der ganzen Sache ist….die Erkennung der eigentlichen Krankheit, und die Einstellung der Medis an den Patienten.

Das Antidepresiva macht nicht süchtig – das Problem ist nur die ersten 2-3 Wochen wirkt das Medikament schon auf den Körper und legt sich tatsächlich irgendwann. Ich wollte es auch nicht erst glauben, ist aber so. Noch heute muß ich mich selber erinnern das ich die Tabletten nicht vergesse.

Dann das Vorurteil über die Kliniken,….man würde zugedröhnt. Man hat das Gefühl…das geb ich zu, aber in wirklichkeit versucht man die innere Unruhe und Verkrampfung erstmal zu lösen um eine wirksame Therapie zu starten. Die ersten Tage bekam ich auch Beruhigungsmedis – die mich schon high machten….aber dann fing die Meditherapie an und alles legte sich.

Achja – und diese sogenannte Gummizellen,….nennnen sich Fixierzimmer-jenachdem wie schlimm der Fall ist.

Zwangsjacken gibts nicht – auch ein Vorurteil. Wir haben auf alle Fälle viele Kickertuniere veranstalltet und konnten auch ab und an mal wieder lachen.

Sodele nun komme ich ganz langsam zum Ende – falls überhaubt solang gelesen wurde.

Nach der Akutstation( 4 Wochen )…besuchte ich eine ambulante Tagesklinik für Psychosomatik – 3 Wochen,….auch sehr empfehlenswert. Danach ging es 7 Wochen in Reha…ebenfalls Psychosomatisch.Dann begann ich eine Wiedereingliederung über 6 Wochen in der Firma.

Nun das ganze hat mich 7 Monate Krankfeiern gekostet -weiß das ich an Agoraphobie und Panikattacken erkrankt bin. Ich bin heute zu Hause,….habe gelernt mit der Krankheit zu Leben und leide immer noch unter ihr. Ich befinde mich ambulant in Therapie und gehe meinem Beruf wieder nach.

Ich habe noch nie eine solche Todesangst gehabt und bin meiner Frau über alles dankbar – das sie mir geholfen hat. Einen Dank geht auch an meinem Chef – der solange auf mich gewartet hat,….und es mir ermöglichte das ich meine Familie versorgen kann.

Ausserdem bedanke ich mich bei allen Ärzten und Psychologen – bei den verschidenen Anlaufstellen die ich durchquerte für ihre Hilfe

Mein Fazit zu solchen Erkrankungen lautet: nicht lange rumexperimentieren….vielleicht ein kurzen Auffenthallt für die Einstellung der Medis in einer Klinik suchen,….und vor allem Fällen – seit offen zu eurem Umfeld….und geht offen mit eurer Krankheit um denn nur Medis lutschen bringt nix. Ist ein hartet Weg zurück….wenn die Seele krank ist. Ach noch ein kleiner Tipp: nicht versuchen selbst Diagnosen festzulegen. Es gibt 8 verschiedene Depressionsarten und verschiedene Angsterkrankungen….die sich sehr oft ähneln und dennoch anders behandelt werden müssen.

Ich hoffe – das ich hiermit einigen Laien und vorallem ratlosen Betroffenen ein kleines Stück helfen konnte….weil ich weiß wie es ist wenn man in eine andere Welt eintaucht….von der man nichts versteht.

LG Herr Trueffel *gg*

Kategorien:Uncategorized
  1. Jani
    23. November 2009 um 11:56 | #1

    Ich bin dürch deine liebe Frau auf deinen Blog aufmerksam geworden und wollte doch gleich mal meine Neugier stillen!
    Doch, ich muss ehrlich gestehen, deine Worte versetzten mir einen richtigen Stich!

    Es tut mir wahnsinnig leid um deine Erkrankung!
    ABER: Ich bewundere dich absolut für deinen Umgang mit dieser Krankheit, deinen Mut, das alles hier so öffentlich preiszugeben und vorallem deine Stärke!
    Ich wünsche dir alles, alles Liebe!

  2. Dini
    23. November 2009 um 13:57 | #2

    Hallo Herr Trüffel,

    erstmal finde ich es toll, dass auch mal ein Mann bloggt! herzlich
    Willkommen! (ich les bei deiner Frau mit!)

    Und dann finde ich es wirklich bewundernswert, wie offen du hier über deine Krankheit schreibst. Ich selber habe keinerlei Erfahrungen mit dieser Krankheit, aber ich habe deinen Beitrag trotzdem interessiert gelesen.

    Vielen Dank für deine Offenheit und deinen Mut hier darüber zu schreiben!

    Ich wünsche Dir und deiner Familie alles Gute für eure Zukunft!!!

    LG Dini

  3. 23. November 2009 um 14:31 | #3

    Lieber Herr Trüffel,
    ich habe gestern deinen ersten Beitrag gelesen,und konnte leider nicht die richtigen Worte für einen Kommentar finden.
    Ich hoffe du kannst vielen Menschen Mut machen, und ich danke dir für deine offenen ,ehrlichen Worte.
    Ich wünsche dir alles Gute.

  4. 24. November 2009 um 07:31 | #4

    Lieber Herr Trüffel,

    ich habe lange nach den passender Worten für einen Kommentar gesucht (wirklich gefunden habe ich sie noch nicht). Es ist aber auch ein sehr schwieriges, komplexes Thema. Durch meine eigene Familie weiss ich auf der einen Seite, wie wichtig eine rechtzeitige professionelle Hilfe ist (und wie schwer sie oftmals zu finden ist), auf der anderen Seite ist die Hemmschwelle gross, eben diese Unterstützung zu suchen. Besonders, wenn das Krankheitsbild weniger intensiv ausgeprägt ist wie bei dir.

    Ich würde mir wünschen, dass dein Beitrag anderen Betroffenen die Angst und Befangenheit nimmt, sich Hilfe zu suchen und diese auch anzunehmen.

    Ich wünsche dir weiterhin alles Gute und hoffe, bald wieder von dir zu lesen ;)

    Liebe Grüsse Lucia

    • 2. Dezember 2009 um 00:42 | #5

      Liebe Leser

      vielen Dank für Eure Kommentare. Und ja ich habe alles niedergeschrieben,…tatsächlich um anderen Menschen helfen zu können – weil ich doch sehr viel Leid sehen mußte.
      Ich erhoffe mir auch eine etwas offenliegendere Klarheit in diesen Arten von Krankheiten der Umwelt zu vermitteln,….damit anderen Menschen geholfen werden kann…die daran erkrankt sind.
      Nochmals danke und LG Herr Trueffel

  5. Aotearoa
    24. November 2009 um 21:48 | #6

    Lieber Herr Trüffel,

    komme über das HoFo auf diesen Blog! Habe solch eine Erkrankung schon seit Jahren in der Familie und kann daher alles gut nachvollziehen. Sei froh, dass Du arbeitsfähig bist und wie Du schon selbst sagst, bloß nicht eigenmächtig die Medikamente absetzen!

    Ich wünsche Dir und dem Rest der Familie alles Gute!

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